Die MK-Monatsversammlung einmal anders

- Bericht und Fotos einer Ausbildungsreise mit der

Schul-Fregatte "Graf Spee" -

Ungewöhnlich viele Besucher kamen zur Monatsversammlung am 12. Februar 2016 ins MK-Heim "Ratinger Brauhaus".

Extra für diesen Termin wurde auch der "Kaisersaal" vorgemerkt. Der Grund war ein Bildervortrag mit Bezug zur MK.

 

Nachdem der 1. Vors. Udo Franke die aktuellen   Tagungsordnungspunkte zügig abgehandelt hatte

(Karneval mit EX-Wiesel-Fahrer und Vorschau "Feuerschiffsabend") konnte sich der Ratinger und  Neu-MK-Mitglied, Joachim Fröhlich, als ehemaliger Mariner selber vorstellen. Er war von 1961 -1963 bei der Bundesmarine und nahm von Januar bis Juni 1963 an der 23. Auslandsdienstreise des Schulgeschwaders teil. Besonders hervorzuheben ist, das er auf dem Schiff gleichen Namens wie unsere Marine-Kameradschaft, nämlich der Schul-Fregatte "Graf Spee" teilnahm.

 

Nach einer kurzen Einleitung über die Vorgängerschiffe (Schlachtschiff "Graf Spee" aus dem I. Weltkrieg - welches nie in Dienst gestellt wurde - und dem Panzerkreuzer "Graf Spee" aus dem II. Weltkrieg) und der Gründung des Schulgeschwaders fing Kamerad Fröhlich mit der eigentlichen Reise an.

 

Da der Winter 1963 ein ganz besonders kalter war - die Kieler Förde war vollständig zugefroren - wäre der Start der Reise beinahe schon gescheitert.

 

 

 

 

22. Januar 1963:

Warnmeldung wegen Eisgefahr.

Vorzeitiges Ablegen in Kiel von der Tirpitz-Mole und Auslaufen

Richtung Nord-Ostsee-Kanal mit Schlepperhilfe vorn

und achtern sowie einem Eisbrecher 500 m voraus !

 

 

 

 

 

 

 

Aber es ging doch durch den N/O-Kanal über den Atlantik, 2 x durch den Panama-Kanal, vorbei an Acapulco bis Kanada.

 

Zurück durch die Karibik mit Treffen des Segel-Schulschiffes "Gorch Fock" (man bedenke, sie ist immer noch im Einsatz ), Besuch der amerikanischen Flottenbasis "Norfolk" und wieder zurück nach Kiel.

 

 

Schul-Fegatte "Hipper" und "Graf Spee"

passieren steuerbord die "Gorch Fock" und

drehen dann steuerbords ab

am 24. 05. 1963 in die Karibik.

Position:

17° u. 44,8° Nord und 63° u. 15,0° West

vor Puerto Rico um 08:00z bis 08:30z Uhr

 

 Highline-Manöver auf See zwischen der SF "Hipper"

und "Graf Spee" am 20. 02. 1963 im

Mittelatlantik

Position:

43° 40,3° West und 22° 19,4° Nord

(Eines der klassischen Seekadetten-Manöver zum

Personen- und Materialtranfer)

 

Planken- bzw. Deck-Schrubben mit Bimsstein

 und Sand - die klassischen Beschäftigungs- bzw. Disziplinierungs-Therapie in der christlichen und

maritimen Seefahrt (bei Schiffen mit Holzdecks).

Bei der heutigen Marine nur noch auf der "Gorch Fock" praktiziert.

 Das darüber viel zu berichten war, kann  man sich denken. Und dann diese vielen Fotos mit Sonnenuntergängen und vor allem den jeweiligen Ansichten von vor über 50 Jahren.

 

Alle Anwesenden waren sehr beeindruckt von dem Reisebericht in die Vergangenheit.

 

An dieser Stelle nochmal unseren herzlichsten Dank an den Kameraden Joachim Fröhlich.

Stamm- und technische Daten des Schiffes :

 

Das Schiff mit der Bezeichnung "Flamingo" ist durch die Royal Navy

am 03. Sept. 1939 in Dienst gestellt worden.

Im November 1957 wurde sie von der Bundesregierung angekauft.

Grundüberholung und Umbau wurde von der Hawthorn & Leslie-Werft durchgeführt.

Am  21. Jan. 1959 wurde sie als "Flamingo" und am 21. Febr. 1959 durch die Bundesmarine  - nach geringfügigen Änderungen, wie Verlängerung des Backdecks nach Achtern für zusätzliche Unterbringung von Kadetten und Unterrichtsräumen, sowie Austausch der Rohrwaffen - als Schul-Fregatte "Graf Spee" (F 215) übernommen.

 

Mit Indienststellung als Kadettenschulschiff für die Marineschule Mürwik hat sie 25 Auslandsreisen absolviert.

Außerdienststellung war am 31. Juli 1964.

Nach Aussonderung und Verkauf über die VEBAG am 25. Okt. 1967 ging sie an

die Fa. Eisen & Metall. Sie wurde dann dort in Hamburg abgewrackt.

 

Maschinenanlage :

Zwei Satz Parsons-Getriebeturbinen je 2150 PS / 1634 KW / 275 U/min/Welle

2 Admiralitäts-Wasserrohrkessel mit natürlichem Wasserumlauf und Überhitzerteil

(Betriebsdruck 17,6 atü, Dampftemperatur 350 °C, Dampfleistung 13,5 t/h)

 

E-Anlage :

Zwei Turbogeneratoren je 100 KW, ein Dieselgenerator mit 415 PS / 305 KW

2  dreiflügelige Schrauben, ein Ruder

 

Waffenanlage :

Bei Übernahme vier 102-mm-Geschütze L/45 in Doppellafetten , 2 U-Abwehr-Salvenwerfer HEDGEHOG.

Endgültig sechs 40-mm- Flak L/70 in Zwei Doppel- und Einzellafetten, 2 U-Abwehr-Salvenwerfer HEDGEHOG,

eine Wasserbomben-Ablaufbühne, Minenzuladung möglich.

 

Führungsmittel :

Navigation mit Funkpeilerund Radar KH 14; Sonar : Asdic; Waffenleit mit OGR 7, SE 40

 

Ausrüstung :

2 Motorkutter, 2 Kutter, 12 Rettungsinseln, 2 Buganker in Seitenklüven